Knochenbrühe ist ein altes, fast vergessenes Wundermittel


Sie ist preiswert in der Herstellung, voller Nährstoffe und ganz leicht selbst zu machen.
Hier sind fünf gute Gründe, für seine Hunde Knochenbrühe zu kochen:


Knochenbrühe ist gut für die Gelenke
Wie gesund die Gelenke sind, hängt vom Kollagen-Gehalt der Bänder, Sehnen und den jeweiligen Knochenenden ab. Kollagen ist ein wesentlicher Bestandteil des Bindegewebes und gehört zu einer großen Gruppe von Biomolekülen, zu denen auch Glykosaminoglykane gehören. Knochenbrühe ist voller Glykosaminoglykane – eine davon könnte Ihnen bekannt vorkommen: Das Glukosamin. Knochenbrühe enthält nicht nur phänomenal hohe Mengen an Glukosamin (wichtiger Baustein des Knorpelgewebes), sondern auch noch weitere Gelenkschutz-Verbindungen wie Chondroitin (stärkt die Widerstandsfähigkeit des Knorpels) und Hyaluronsäure (wirkt als Schmiermittel bei allen Gelenkbewegungen).


Knochenbrühe unterstützt die Leber bei der Entgiftung
Die Leber ist das zentrale Organ des gesamten Stoffwechsels und zuständig für den Abbau von Giften des Körpers und der Regulierung des Vitamin- und Spurenelementstoffwechsels. Die Leber unserer Hunde wird immer wieder stark beansprucht durch Teppiche und Fußböden, die mit scharfen Reinigungsmitteln behandelt wurden, Futtermittel mit synthetischen Inhaltsstoffen, Entwurmungsmitteln, Flohmitteln und Spot-Ons, Antibiotika, Impfungen etc. Die ausgeprägte Fähigkeit der Leber, sich zu regenerieren steigt mit dem Vorhandensein der Aminosäure Glycin. Und nun raten Sie, worin haufenweise Glycin enthalten ist? Na? Knochenbrühe!


Knochenbrühe unterstützt eine gesunde Verdauung
Die Darmwände verfügen über Millionen winziger kleiner „Löcher“, durch die verdaute Nährstoffe in den Körper gelangen. Stress, schlechte Ernährung und bakterielle Überwucherungen können dazu führen, dass diese „Löcher“ zunehmen oder größer werden – das nennt man eine „durchlässige Darmwand“. Eine druchlässige Darmwand führt dazu, dass Dinge in den Körper gelangen, die dort nicht hingehören, wie Gifte oder Hefen. Der Körper erkennt diese unverdauten Partikel als Invasoren und wehrt sich dagegen: Auf diese Weise entstehen Allergien und Futterunverträglichkeiten. Knochenbrühe ist randvoll mit einer zähen Substanz, die die Darmwände ausschmiert und diese „Löcher“ zuschmieren kann: Gelatine!


Knochenbrühe ist eine hervorragende Nahrung für kranke oder rekonvalsezente Hunde
Hatten Sie schon einmal das Problem, einen Hund nach schrecklichem Durchfall wieder an feste Nahrung zu gewöhnen? Oder einen Hund, der sich von langer Krankheit erholen sollte, aber irgendwie keinen Appetit hatte und dringend mehr Nährstoffe benötigte?
Knochenbrühe ist die Antwort!
Ein hoher Anteil an tierischer Gelatine in der Nahrung kann den Bedarf von fleischlichem Protein um ca. 50% ersetzen. Knochenbrühe ist außerdem eine hervorragende Quelle von wichtigen Mineralen und kann das Immunsystem stärken. In Knochenbrühe ist ein hoher Anteil der Aminosäure Glycin enthalten, das die Verdauung unterstützt, indem es die Synthese von Gallensalzen und die Aussonderung von Magensäure reguliert.


Wie man Knochenbrühe herstellt
Suchen Sie sich einen Topf und fangen Sie an.


Kaufen Sie eine beliebige Menge Knochen (Hühner-, Kalbs-, und/oder Rinderknochen, es sollten unbedingt Gelenkknochen mit Knorpel dabei sein). Füllen Sie die Knochen in einen üblichen Schmortopf und bedecken Sie die Knochen mit Wasser (verwenden Sie nicht zu viel Flüssigkeit, damit die Brühe auch wirklich „suppig“ wird).
Fügen Sie zwei bis vier EL Apfelweinessig hinzu. Dieser Essig sorgt dafür, dass den Knochen die Minerale gründlicher entzogen werden. Wenn Sie keinen Apfelessig da haben, können Sie auch Zitronensaft verwenden.


Kochen Sie die Knochen über einen langen Zeitraum.
Um wirklich alle Nährstoffe aus den Knochen zu gewinnen, sollten Sie die Knochen am besten 24 Stunden lang köcheln. Wenn es nur 12 Stunden sind, ist das auch keine Katastrophe, aber je länger, je lieber. Wenn die Brühe in abgekühltem Zustand gelee-artig ist, haben Sie es richtig gemacht.


Sie können die Brühe in kleinen Behältern einfrieren. Im Kühlschrank hält sich die Brühe ca. vier Tage.


Knochenbrühe ist eine fabelhafte Grundlage für selbstgemachtes Hundefutter oder ein köstlicher Zusatz zu Fertigfutter. Mit Knochenbrühe können Sie das Trockenfutter auf gesunde Weise befeuchten, Ihrem Hund Flüssigkeit zuführen, wenn er krank ist, oder ihn aufwärmen, wenn er durchgefroren ist.






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Krankheit und Verhaltensauffälligkeiten und die Suche nach einem Tierarzt

Hunde werden krank, so wie wir Menschen auch. Die Crux dabei ist, herauszufinden was unserem Liebling fehlt. Wir haben Lucky aus dem Tierheim bekommen, Second Hand, oder Dritte, vierte Hand? Man weiß es nicht so genau. Lucky war von Anfang an „Verhaltensbesonders“. Verhaltensauffällig oder Problemhund, das sind Wörter die mag ich nicht, sind mir zu negativ. Deswegen Verhaltensbesonders. Ja das äußerte sich in Aggression, jeglicher Art. Gegenüber Artgenossen ganz besonders, aber auch zeitweise gegen seine neuen Menschen gerichtet. Es äußert sich in „In sich gekehrt sein“ bis hin zu euphorischer Energie.

Aber auch eine ganze Reihe körperlicher Symptome zeigten sich so nach und nach, zB:

  • Magen-Darm-Störungen
  • Erbrechen
  • Unerklärliche Gewichtszunahme
  • Ständige Ohrenentzündungen
  • Infektanfälligkeiten, usw…die Liste ist irre lang…

Also als verantwortlicher Halter geht man auf die Suche, was ist los mit Deinem Hund. Nun findet mal einen kompetenten Tierarzt der mit Dir zusammen ALLE Symptome abarbeitet, dabei innovativ ist und die Untersuchungen durchführt, die Deiner Meinung nach und fundiert auf gesundem Halbnichtwissen dank des Internets, nun notwendig sind. Weit gefehlt. Überwiegend wird das Standardprogramm abgezogen. Großes Blutbild, Werte gut, Hund hat nix…öh, echt? Alles Einbildung?

Mir wurde sogar gesagt ich würde meinen Hund kränker darstellen als er sei…ich soll man nicht so übermuttern! Ahhhhja…was macht man dann?


Die meisten verlassen sich auf die Aussage und gucken weiter zu und wundern sich das es immer schlimmer wird. Ich wechselte den Tierarzt. Angefangen hat es ziemlich am Anfang unseres Zusammenseins mit der Ohrentzündung.

Sie ging und ging nicht weg. Über 8 Monate dokterte die erste Tierärztin, die unglaublich lieb zu Lucky war, an dem Ohr rum. Wir salbten, wir tropften, wir spülten. Das Ohr blieb entzündet. Nachdem ich das 5. Mal um eine Otoskopie bat und diese nicht durchgeführt wurde, habe ich eine 2. Meinung eingeholt.


Dort wurde dann unter der Otoskopie, eine mittlerweile verkapselte Granne festgestellt, die schon soweit im Gehörgang runter gerutscht war, dass sie kaum mehr zu packen war. Nach 20 Min. Tortur war sie dann draußen. Das Ohr heilte ab. Die Schilddrüse wurde untersucht, bei dieser Tierärztin, und es wurde eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Ganz eindeutige Werte, keine Zweifel. Also bekam er ab sofort Medikamente.

Der Zustand besserte sich minimal aber nicht merklich. Die Verhaltensbesonderheiten reduzierten sich, bis auf die Hundebegegnungen. Das Gewicht blieb hoch, die Magen Darm Störungen blieben. Nach diversen Besuchen bei dieser Tierärztin wurde er geröngt. Herz sei suuuper, er würde 20 Jahre damit, wenn es die Rasse hergäbe, diese Aussage vergesse ich nie! Später dazu mehr.


An der Wirbelsäule vermutete ich eine Unregelmäßigkeit da er immer zuckte und sich sehr kalt legte im Rückenbereich. Sie sah lediglich die vermutlich allerersten Anzeichen einer Spondylose im Brustwirbelbereich. Aber noch so unauffällig das dies nicht die Ursache der Beschwerden sein könne. Hmm.?!? Ich könne ja mal zu Physio mit ihm gehen oder schwimmen. Wir machten noch einen Ultraschall, dabei stellte sie „nebenbei“ eine stark vergrößerte Milz fest. Das sei nicht zu beachten, Hunde haben sowas schon mal. Aha. Warum? Na ja ich wollte nur das Beste für den Lucky und meldete ihn zur Physio an. Dort arbeitet auch eine Osteopathin. Der erzählte ich von der Milz und sie wurde blass. Sofort zum Tierarzt XY und das Herz schallen lassen. Die Milz sei ein Speicherorgan und bei Herzproblemen kann der Blutrückfluss sich auch in der Milz ansammeln. So? Ich war alarmiert, das Herz war doch suuuper? Also Tierarzt Nr. 3. Der schallte das Herz mit einem Farbdoppler und gab mir die niederschmetternde Diagnose DCM (siehe Artikel Herzmuskelerkrankung – dilatative Kardiomyopathie (DCM) ) Noch ein paar Monate ohne Behandlung und Lucky würde den Sommer nicht überstehen…..oh Gott! Das ist nun fast 1 Jahr her.

Er bekam sofort Herzmedikamente. Diese bargen einige Nebenwirkungen, aber auch das haben wir überstanden.


Die Osteopathin stellte außerdem eine Atlasblockade fest und einen verschobenen Halswirbel. Das komme von Leinenrucken zB. Nun da Lucky ja so „ungehorsam“ ist, kann ich mir vorstellen wie meine Vorgänger mit ihm umgegangen sind. Ich führe ihn ausschließlich am Geschirr. Diese Atlasblockade störe den Abfluss des Ohrenschmalzes und kann zu unerklärlichen Ohrenentzündungen führen.

Nachdem ich das Röntgenbild dem Tierarzt Nr. 3 zeigte, teilte er mir mit, das sehr deutlich eine fortgeschrittene und bereits verwachsene Spondylose am letzten Lendenwirbel/Kreuzbein erkennbar sei. Mit diesem Krankheitsbild, dem verschobenen Halswirbel und der Atlasblockade müsse er einiges an Schmerz ausgehalten haben. Kein Wunder das er so Verhaltensbesonders ist, oder? Wir leiteten umgehend noch eine medikamentöse Schmerztherapie ein.


Das alles rauszufinden hat 2 ! Jahre gedauert. Seit 1 Jahr ist Lucky sehr gut eingestellt. Er hat sein Idealgewicht wieder, er ist wieder gelenkig. Könnt ihr euch vorstellen dass er noch nicht mal in der Lage war sein Ohr zu kratzen, weil er die Hinterbeine nicht nach vorne bekam, oder er sich nicht mal am Popo beißen konnte weil er sich nicht so weit nach hinten biegen konnte? Die Verrenkungen die er heute hinbekommt, könnte man schon beim Yoga ansiedeln.


Ihr könnt euch aber vorstellen, dass es einiges an Management kostet.

Er muss eine Menge Medikamente bekommen. Der Magen ist bis aufs äußerste gereizt. Er bekommt Sodbrennen davon. Also kann er sein Fressen – zur Ernährung später ein eigener Artikel- nur aufgeteilt in 5 Portionen vertragen. Dann bekommt er einen Magenschutz. Der muss 2 Stunden vor der ersten Medikamentengabe sein. Die eine Tablette darf er 1 Stunde nach dem Essen haben, die nächste eine halbe Stunde nach der ersten Tablette, ja usw. Dann müssen zwischen den Gaben 12 Stunden vergehen bevor die nächsten Gaben stattfinden.

Ich sag Euch das war eine Tüftelei und wenn das Herrchen nicht nebenan arbeiten würde, also kurze Wege nachhause hätte, wäre das gar nicht zu bewältigen. Ja man kann bestimmt sagen Luckys Name hat Bestand.


Ach und die Verhaltensbesonderheiten, die Reste die wir noch haben, auch die regulieren sich, so nach und nach. In der ganzen Zeit haben wir hier natürlich professionelle Hilfe von so, dem ein oder anderen, Verhaltensberater, -Therapeut, -Experte in Anspruch genommen. Was dabei rauskam war fast genauso abenteuerlich wie die Suche nach einem geeigneten Tierarzt. Dazu aber ebenfalls mehr im eigenen Artikel.


Mein Fazit dazu, hört auf euer Bauchgefühl! Verlasst euch auf keine Aussage wenn ihr der Meinung seid der Hund „hat was“. Ihr seht euren Hund 24Std. und könnt das besser einschätzen, als jemand der nur eine Momentaufnahme hat. Und wenn ich zum 5. oder 6. Tierarzt gelaufen wäre, von den Homöopathen und Haaranalysen und Ernährungsberaterinnen, mal ganz abgesehen, ich hätte auch das gemacht.

Mein Bauchgefühl hat immer Recht und Lucky ist der Beweis!

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Spondylosen

Definition

Spondylosen sind krankhafte Veränderungen (Verkalkungen) an der Wirbelsäule. Es kommt zu knöchernen Zubildungen der Wirbelzwischenräume, was zu einer Versteifung der Wirbelsäule führt.

Die Funktion der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule besteht aus einer Kette einzelner starrer Wirbelknochen, die durch Gelenke, Bandscheiben und Bänder beweglich verbunden sind. Die Elastizität von Bandscheiben und Bändern gewährleistet, dass die Wirbelsäule biegsam ist und jede Bewegung mitmacht. Im Alter verlieren Bandscheiben und Bänder an Elastizität. Bestimmte Bewegungen fallen dem älteren Hund schwerer als dem Jungen.

Krankheitsentstehung und -entwicklung

 

Nicht überall ist die Wirbelsäule gleich biegsam: Während sie im Hals- und Lendenbereich äußerst beweglich ist, sind Brust- und Kreuzwirbel eher starr. Die Übergänge vom beweglich zum starren Abschnitt stellen die Schwachstellen der Wirbelsäule dar. Der letzte Wirbel bzw. die letzte Bandscheibe des beweglichen Abschnitts kann eine Bewegung nicht mehr einfach weitergeben sondern muss sie abpuffern, da der starre Teil die Bewegung nicht mehr mitmacht. An diesen Stellen entstehen in der Regel die ersten Spondylosen. Der Körper produziert diese knöchernen Zacken, um den Druck von den Bandscheiben zu nehmen und die Schwachstellen zu „stabilisieren“. Sobald zwei Wirbel über die Spondylosen fest miteinander verbunden sind, hat der angrenzende, noch bewegliche Wirbel, die Hauptbelastung auszuhalten – bis auch er sich über Spondylosen festen Halt verschafft.


Klinisches Bild - Symptome

Tatsächlich können aber viele Hunde selbst mit massiven Spondylosen gut leben. Schwere Symptome treten nur selten auf. Die Symptome dieser Komplikationen sind die gleichen wie bei anderen Rückenleiden. Es kommt zu starken Schmerzen und der Hund reagiert empfindlich und zum Teil aggressiv auf Berührungen und krümmt den Rücken auf. In sehr schweren Fällen ist das Tier gelähmt. Bei schleichendem Verlauf meidet der Hund bestimte Bewegungen. Er reagiert oft empfindlich auf Berührungen, zeigt einen klammen Gang oder hinkt zeitweise.

Mögliche Folgeschäden

Allerdings können die Spondylosen zu anderen gravierenden Schäden und Komplikationen führen. Die wichtigsten und häufigsten sind Bandscheibenvorfälle. Nach erhöhten Belastungen können die Knochenbrücken aufreißen oder sogar brechen. Diese Verletzungen führen zu heftigen Schmerzen und können langwierige Entzündungen verursachen. Schließlich können ausgeprägte Spondylosen Nerven einklemmen.


Prognose

Spondylosen können nicht geheilt, aber ihr Folgen behandelt werden. Während eines akuten Schubes mildert der Tierarzt die Schmerzen mit Medikamenten. Wichtig – auch um Komplikationen vorzubeugen – ist maßvolles Training. Sprünge, Treppensteigen und abrupte Wendungen sollten vermieden werden. Gut bewährt hat sich bei Spondylosen die Physiotherapie (Wassertherapie).

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Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Der Zusammenhang zwischen Schilddrüsenparametern und Verhaltensproblemen oder Verhaltensstörungen bei Hunden sowie der unterstützenden Gabe von Schilddrüsenmedikamenten in der Verhaltenstherapie wird zunehmend diskutiert und dabei auch kritisiert. Vor allem Schilddrüsenwerte im unteren Referenzbereich und die Hypothyreosen (Schilddrüsenunterfunktionen) werden mit Verhaltensproblemen und Verhaltensstörungen bei Hunden in Verbindung gebracht. Ob diese Hunde mit Schilddrüsenhormonen therapiert und dadurch eine Verhaltensänderung erreicht werden kann, ist bislang unklar.

 

Organische Erkrankungen können Auslöser für Problemverhalten sein. Sie sollten vor einer verhaltenstherapeutischen Maßnahme ausgeschlossen oder behandelt werden. Vor allem Schilddrüsenparameter werden im Zusammenhang mit dem Verhalten bei Hunden immer wieder kontrovers diskutiert. Obgleich der exakte Mechanismus unbekannt ist, werden Zusammenhänge zwischen den Schilddrüsenhormonen und der Normalfunktion des Serotonin-Dopamin-Stoffwechselweges vermutet. Obwohl die Hunde nicht immer das typisch klinische Bild einer Hypothyreose zeigen, können Verhaltensauffälligkeiten schon bei Schilddrüsenparametern im unteren Normbereich auftreten.

Viele der Verhaltensveränderungen im Zusammenhang mit einer Schilddrüsendysfunktion wie Lethargie und geistige Trägheit sind unspezifisch, so dass sie ebenfalls als Symptome einer kognitiven Dysfunktion interpretiert werden können.

 

Die betroffenen Hunde müssen sich nicht lethargisch, fettleibig, mit stumpfen Fell und schütterem Haarkleid präsentieren. Sie können auch untergewichtig und/oder hyperaktiv sein, welches typische Symptome einer Hyperthyreose sind. Es treten Verhaltensveränderungen wie z.B.

  • Nervosität in neuen Situationen,
  • zwanghaftes Verhalten (z.B. Schwanzjagen) und
  • Konzentrationsschwierigkeiten auf.

 Weiterhin kann es zu


  • Leistungsstörungen
  • Problemen im Training oder im Alltag bei eigentlich schon beherrschten Übungen kommen.  
  • Auch das Erlernen neuer Übungen kann erschwert werden
  • Vor allem werden allgemeine oder spezifische Ängste beschrieben

Die Ängstlichkeit kann zu angstaggressivem Verhalten werden, das meist gegen den Besitzer oder andere Hunde gerichtet ist.

Die Hypothyreose begünstigt die Herabsetzung der Schwelle, ab der aggressives Verhalten ausgelöst wird. Zu Beginn der Schilddrüsendysfunktion zeigen die Tiere noch normales, mit der Zeit jedoch stärkeres Aggressionsverhalten.

Quelle Auszug Dissertation 2010, Kristine von Thun, LMU München


Behandlung

Eine SDU ist sehr gut mittels Hormonen behandelbar.

Unter tierärztlicher Aufsicht wird das Hormon Thyroxin verabreicht. Man beginnt mit einer Einstiegsdosis von ca. 10µg pro Kilogramm Körpergewicht. Anfangs ist eine engmaschige Kontrolle der Werte zu raten, um die Dosis ggf. anzupassen.


Verbesserung

Eine deutliche Verbesserung der Symptome ist meist recht schnell zu erkennen, körperlich sowie auch verhaltenstechnisch. Wobei zu beachten ist, dass sich (unerwünschtes) Verhalten etabliert haben kann und dementsprechend nicht einfach mit der Gabe von Thyroxin verschwindet. Ein parallel unterstützendes Verhaltenstraining ist unabdingbar.

Die Hormongabe bewirkt keine Wunder, aber sie macht ein Training mit eingestellter Schilddrüse erst möglich und effektiv.


Generell

Natürlich hat nicht jeder „nervöse“ Hund automatisch eine SDU, manchmal ist der Hund einfach so veranlagt. Ebenso wird ein schilddrüsenerkrankter Hund nicht immer seine „Nervosität“ verlieren, wenn diese einfach genetisch oder charakterlich mitgebracht wird.

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Herzmuskelerkrankung – dilatative Kardiomyopathie (DCM) 

Mein Hund hat eine Dilatative Kardiomyopathie (DCM)!

 

Was heißt das?

Die DCM ist eine häufige erworbene Herzerkrankung bei großen Hunderassen. Es handelt sich bei der DCM um eine Herzmuskelerkrankung. Dabei kommt es dazu, dass der Herzmuskel nicht mehr ausreichend gut pumpen kann und damit zu wenig Blut in den Körper gelangt. Das Herz vergrößert sich im Verlauf der Erkrankung. Im Spätstadium kommt es zu Symptomen wie Husten, Atemnot, Leistungsschwäche oder Ohnmachtsanfällen.

 

Warum hat mein Hund eine DCM?

Die DCM ist eine erworbene Herzerkrankung, das heißt, dass sie sich im Laufe des Hundelebens entwickelt. Man geht davon aus, dass eine genetische (vererbte) Grundlage besteht, bei manchen Hunderassen konnte diese bereits nachgewiesen werden. Auch verschiedene andere Ursachen können zur DCM führen (z. B. Mangel an bestimmten Nährstoffen oder Herzmuskelentzündungen u.a.).

 

Was passiert im Verlauf der Erkrankung? - Schweregrade und Stadien der DCM

Im Frühstadium der Erkrankung besteht lediglich ein Schaden auf zellulärer Ebene. Dieses Stadium ist mit gängigen diagnostischen Mitteln nicht zu identifizieren, die Tiere zeigen keine Symptome, der Besitzer merkt nicht, dass sein Hund krank ist.

 Darauf schließt sich das sogenannte „okkulte Stadium“ an. Dies heißt, dass die Krankheit z. B. mittels Ultraschall (oder in manchen Fällen mittels EKG) diagnostizierbar ist, der Hund jedoch für den Besitzer gesund erscheint. Er zeigt keine Symptome. Um dieses Stadium zu diagnostizieren, wird für bestimmte prädisponierte Rassen eine jährliche Vorsorgeuntersuchung empfohlen.

 Als Spätstadium schließt sich die symptomatische Phase der DCM an. Der Körper kann die Erkrankung nicht mehr kompensieren und es kommt durch Rückstau von Blut aus dem Herz in den Kreislauf zu Wasseransammlungen. Dies kann sich als Lungenödem (Wasseransammlung in der Lunge), Thoraxerguss (Wasseransammlung in der Brusthöhle) oder Aszites (Wasseransammlung in der Bauchhöhle) äußern. Bei einem Lungenödem und einem Thoraxerguss zeigen die Patienten schwere Atemnot und schweren, schnell schlechter werdenden Husten, bei Aszites wird der Bauchumfang größer. Manche Patienten zeigen Ohnmachtsanfälle, diese sind in der Regel durch Rhythmusstörungen bedingt. Fallen diese Symptome auf, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden um mittels einer geeigneten Therapie den Hund zu stabilisieren (s. unter „Was tue ich im Notfall“).

Ab diesem Stadium ist in jedem Fall eine Dauertherapie notwendig. Diese wird individuell auf Ihren Hund zugeschnitten und sollte nur in Rücksprache mit Ihrem Kardiologen/Ihrer Kardiologin geändert werden. Studien haben gezeigt, dass die Überlebenszeit in diesem späten Stadium mit der optimalen Therapie bei ca. 6 – 12 Monaten liegt. Auch dies kann individuell stark variieren, abhängig vom Ansprechen auf Medikamente, der Schwere und der Ursache der Krankheit, dem Auftreten von Komplikationen sowie der Rasse.

 

Was sind Symptome der DCM?

Symptome der Erkrankung treten meist erst im Spätstadium auf. In der Regel kommt es zu einem Lungenödem (= Wasseransammlung in der Lunge) oder einem Thoraxerguss (= Wasseransammlung in der Brusthöhle). Hierbei zeigt der Hund:

  • Akuter Husten, schnell schlechter werdend
  • Akute Atemnot, schnell schlechter werdend

 Weitere Symptome können sein:

  • Dicker werden des Bauchumfangs aufgrund Wasseransammlungen im Bauchraum oder Vergrößerung von Leber und Milz durch Rückstau von Blut aus den Herzkammern
  • Ohnmachtsanfälle, oft durch Herzrhythmusstörungen bedingt Leistungsschwäche, durch Herzrhythmusstörungen oder schlechte Herzleistung bedingt

Wie erkenne ich einen Notfall? Was tue ich im Notfall?

Ein Notfall bei einem Hund mit DCM ist auf alle Fälle jeder Zustand mit akuter Atemnot (in der Regel durch ein Lungenödem bedingt). Auch wenn Ihr Hund akuten Husten zeigt, der sich innerhalb kurzer Zeit verschlechtert, kann dies ein Zeichen eines Lungenödems sein. Oft zeigen Patienten beide Anzeichen. Besonders bei Patienten mit hochgradiger DCM können Husten und Atemnot Zeichen eines Lungenödems/Thoraxergusses sein. In diesem Fall sollten sie möglichst schnell einen Tierarzt aufsuchen. Dieser sollte mittels Röntgen feststellen, ob ein Lungenödem vorliegt. Ist dies der Fall, muss Ihr Hund eventuell stationär aufgenommen und intravenös behandelt werden (Entwässerungstherapie zur Beseitigung des Lungenödems). Eventuell ist auch die Gabe von Sauerstoff notwendig. Zur Beseitigung von Ergüssen (Aszites, Thoraxerguss) ist unter Umständen die Punktion der entsprechenden Körperhöhle notwendig. In weniger ausgeprägten Fällen kann auch eine ambulante Therapie durchgeführt werden.

Zeigt Ihr Hund Ohnmachtsanfälle (insbesondere wiederholte Ohnmachtsanfälle) – meist infolge von Herzrhythmusstörungen – sollte ebenfalls möglichst bald ein Tierarzt kontaktiert werden. Schwere Herzrhythmusstörungen können zum plötzlichen Herztod führen.

 

Ab wann macht eine Therapie der DCM Sinn?

Wird die Erkrankung in einem frühen, nicht symptomatischen Stadium diagnostiziert, richtet sich der Beginn einer Therapie nach dem Schweregrad der Pumpschwäche des Herzens und dem Schweregrad eventuell vorliegender Rhythmusstörungen. Die Entscheidung zur Therapie obliegt der Einschätzung Ihres Kardiologen/Ihrer Kardiologin. Im symptomatischen (= dekompensierten) Stadium, also sobald Ihr Hund zum ersten Mal ein Lungenödem/Wasseransammlungen im Bauch-/Brustraum oder signifikante Rhythmusstörungen entwickelt hat, sollte Ihr Hund in jedem Fall behandelt werden. In der Regel besteht die Behandlung aus einem entwässernden Medikament (Furosemid) und einem Herzkraft stärkenden Medikament (Pimobendan). Zusätzlich wird ein kreislaufunterstützendes Medikament (ACE Hemmer) verabreicht. Liegen Rhythmusstörungen vor, müssen diese mittels Antiarrhythmika behandelt werden. In seltenen Fällen kann es notwendig sein Wasseransammlung in Brust- oder Bauchhöhle zu punktieren.

Individuell kann die Therapie Ihres Hundes von diesen grundlegenden Prinzipien abweichen. In jedem Fall wird Ihr Hund nun dauerhaft therapiert werden müssen.

 

Was kann ich für meinen Hund tun?

Das wichtigste für Ihren Hund ist: Er soll eine gute Lebensqualität haben! Das heißt: Alles was Ihrem Hund Spaß macht soll er auch tun (spielen, Gassi gehen,….). Von dieser Regel gibt es leider ein paar Ausnahmen. So sollte Ihr Hund zum Beispiel möglichst keine salzigen Speisen vom Tisch zu fressen bekommen, da zu viel Salz Herzpatienten schaden kann. Sie sollten Ihrem Hund keine Aufgaben stellen, bei denen er Ihnen nicht mitteilen kann, dass er diese Tätigkeit körperlich nicht schafft (zum Beispiel Laufen am Fahrrad, joggen,…. also Tätigkeiten, bei denen Ihr Hund zu körperlicher Anstrengung „gezwungen“ wird). Ihr Hund sollte nicht zu anstrengenden körperlichen Aktivitäten motiviert werden.

Sie sollten sich außerdem angewöhnen, die Ruheatemfrequenz Ihres Hundes zu ermitteln (ein Heben und Senken des Brustkorbs = 1 Atemzug). Diese sollte über eine Minute gezählt werden wenn Ihr Hund in Ruhe ist (am Besten im Schlaf). Die Ruheatemfrequenz sollte unter 45/Minute liegen. Steigt die Ruheatemfrequenz dauerhaft an, kann dies ein Anzeichen eines beginnenden Lungenödems sein. In diesem Fall sollten Sie Ihren Tierarzt kontaktieren. Studien haben gezeigt, dass das Zählen der Ruheatemfrequenz durch den Besitzer bei Tieren mit Herzerkrankungen einen exzellenten Frühmarker eines Lungenödems darstellt.

Desweiteren sollte Ihr Hund in regelmäßigen Abständen nachuntersucht werden damit Ihr Kardiologe/Ihre Kardiologin das Fortschreiten der Erkrankung beurteilen und evtl. therapeutisch Einschreiten kann. Die Untersuchungsintervalle richten sich nach dem Schweregrad, diese teilt Ihnen Ihr Kardiologe/Ihre Kardiologin mit. 

Quelle

Dilatative Kardiomyopathie beim Hund

von Dr. Lisa Keller, Diplomate ACVIM (Cardiology)

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